medico international

Projekte und Partner

Afghanistan

Projekte 2012/2013:

  • Minenaufklärung für Frauen und Kinder in Zentral-Afghanistan, Organization for Mine Clearance and Afghan Rehabilitation (OMAR)

  • Humanitäre Minenräumung, Mine Detection Center (MDC). Dieses Projekt wird unterstützt durch das Auswärtige Amt.

  • Psychosoziale Beratung für Frauen in der Poliklinik des Mine Detection Centers (MDC)

  • Physiotherapeutische Behandlung von Frauen und Kindern in der Poliklinik des Mine Detection Centers (MDC)

  • Friedensförderung: Ein Zeitzeugen- und Versöhnungsprojekt auf lokaler Ebene, Afghanistan Human Rights and Democracy Organization (AHRDO)

  • Netzwerkkonferenz zur Stärkung vulnerabler Gruppen im Friedensprozess, Afghanistan Human Rights and Democracy Organization (AHRDO)

Demilitarisierung von unten

Auch wenn die Zahl der Minenopfer in Afghanistan in den letzten Jahren um 60% reduziert wurde: Gefahren für Leib und Leben lauern dort überall noch im Boden, auf dem Feld, dem Weg zur Schule oder ins nächste Dorf. Die afghanischen medico-Partner Organisation for Mine Clearance and Afghan Rehabilitation (OMAR) und Mine Detection and Dog Center (MDC) mit ihren je über 1.000, aus verschiedenen Volksgruppen ausgewählten Mitarbeiterinnen und -arbeitern beschränken sich jedoch nicht aufs Minenräumen. Mit der Hilfe medicos unterhält OMAR „mobile Schulen“, die Minenaufklärung für die Mädchen anbieten. MDC betreibt in Kabul eine Poliklinik, die an sechs Tagen pro Woche täglich bis zu 150 Patientinnen und Patienten kostenlos behandelt.

Ihre Arbeit findet im Kontext eines Konflikts statt, dessen Lösung durch die NATO-Intervention erschwert statt erleichtert wurde. Mit dem angekündigten Abzug der internationalen Truppen droht nun die Rückkehr der Taliban und die Zementierung der Macht verschiedener Warlords. medico hat im Berichtszeitraum gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen in Debatten mit Politikern und Bundeswehrvertretern auf eine andere Afghanistan-Politik gedrungen, die die Nöte der afghanischen Bevölkerung zum Ausgangspunkt nimmt und nicht geostrategische Interessen der großen Mächte. Das Scheitern in Afghanistan, schrieben wir damals, könnte wenigstens dazu dienen, aus den Fehlern zu lernen. Das freilich würde eine „Kultur der Niederlage“ voraussetzen und endlich Schluss machen mit der unseligen Vorstellung, Konflikte immer und überall mit militärischen Mitteln lösen zu können. Die Idee der „internationalen Schutzverantwortung“ (responsibility to protect) bleibt ohne demokratisch legitimierte internationale Institutionen, die über militärisches Handeln zum Schutz universeller Menschenrechte entscheiden können, und ohne gerechte globale Verhältnisse nur Alibi für die Sicherung westlicher Vormacht.

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