###USER_address###, vergangene Woche erschütterte uns erneut die Nachricht, dass Menschen gezielt überfahren wurden, diesmal in Mannheim. Ein weiterer Mordanschlag mit einem Auto. Doch diesmal gab es keinen ARD-Brennpunkt, keine Rufe nach härteren Maßnahmen. Denn der Täter war Deutscher, keiner mit Migrationsgeschichte. Auf die Idee, dass wir vielleicht gar keine „Krise der Migration“ haben, sondern eine Krise der Betreuung psychologischer Nöte, kommt die Politik nicht. Dazu trug auch der Wahlkampf bei. Im Leitartikel des kommenden medico-rundschreibens analysiert Mario Neumann, wie im Wahlkampf die Ethnisierung von Problemen vorangetrieben wurde. Ebenso wenig stellt die Gesellschaft sich die Frage, welchen Anteil Fragen der Männlichkeit bei Gewalttaten wie zuletzt in Mannheim haben. Oder beim Wahlverhalten. Junge Frauen wählen immer linker, junge Männer immer konservativer. Von Letzterem profitiert natürlich die AfD, ihre Vorbilder in den USA liefern ohnehin gerade die größte Macho-Show. Unter Donald Trump wird das Recht auf Abtreibung immer offener angegriffen. Weltweit stellt die Rechte sexuelle und reproduktive Rechte in Frage. Sie greifen alternative Familienmodelle und Sexualitäten an. Frauen sollen an den Rand gedrängt und Queers ausgeschlossen werden. Jana Flörchinger, die bei medico unter anderem zu Strategien gegen rechts arbeitet, beschreibt den Zusammenhang zwischen gekränkter Männlichkeit und einem autoritären Begehren von unten. Was tut medico in diesen Zeiten? Als Nichtregierungsorganisation sind wir Teil breiter Bündnisse, mit denen wir Demokratie und Menschenrechte auch hierzulande verteidigen. Als Hilfs- und Menschenrechtsorganisation unterstützen wir weltweit Partnerorganisationen im Kampf gegen Autoritarismus und Gewalt und für die Erweiterung politischer und sozialer Spielräume. Zum Beispiel unterstützen wir Partner:innen im mexikanischen Ciudad Juárez bei der psychosozialen Begleitung Angehöriger von Verschwundenen. Wie die Gewalt ihren Alltag prägt und wie sie selbst die Suche nach ihren Liebsten in die Hand nehmen, können Sie in der Reportage von Jana Flörchinger und mir lesen. In unserem Feminismus-Dossier finden Sie weitere mutmachende Projekte sowie Interviews und Hintergründe – für einen begeisternden, nachdrücklichen 8. März. Mit besten Grüßen Moritz Krawinkel PS: Am 8. und 9. Mai findet in Frankfurt am Main das medico-Stiftungssymposium statt: "Vom Verschwindenlassen einer Welt" – wider das Wegschauen in der Klimakatastrophe. Alle Informationen und die Anmeldung finden Sie hier. |