27.05.2025 | München
Bewegungsfreiheit im Spiegel der Geschichte

Mit Ernst Grube, Şeyda Kurt, Kerem Schamberger
Geschlossene Grenzen kosten Menschen das Leben. Damals wie heute. Das Asylrecht im Grundgesetz und die Genfer Flüchtlingskonvention verkörpern bis heute die Lehre aus den Verbrechen der deutschen Vergangenheit, indem sie den Kampf um Bewegungsfreiheit als Norm in nationales und internationales Recht überführt haben. Die Erinnerung an die damalige – viel zu oft verhinderte – Flucht spiegelt sich auch im täglichen Ringen zahlreicher migrantischer Selbstorganisationen für das Recht, zu bleiben und zu gehen, wider. Dennoch gerät all dies in den letzten Jahren unter erheblichen politischen Druck. Mittlerweile werden Migration und Flucht zum Problem aller Probleme stilisiert und jegliches Unheil in diesem Land ethnisiert.
Dass es in Vergangenheit und Gegenwart auch anders ging und geht, wollen Ernst Grube und Şeyda Kurt in ihrem Gespräch zeigen. Grube, selbst im nationalsozialistischen Deutschland verfolgt, engagiert sich seit Jahrzehnten für die Rechte von Geflüchteten. Kurt, (Enkel-)Kind von Arbeitsmigrant:innen, setzt sich in ihren Schriften auch für Bewegungsfreiheit ein. Denn „Migration wird es immer geben. Jede, die geblieben ist, hat sich mal bewegt. Jede, die sich bewegt, ist mal geblieben.“
Der Fonds für Bewegungsfreiheit von medico international setzt sich für Geflüchtete ein, die an den Außengrenzen Europas kriminalisiert werden.